Mein ökologisch angehauchter Freund Bernd hat mir zum Fest eine Tafel Fairtrade-Schokolade geschenkt. Er erklärte mir mit bedeutungsvollem Blick, dass die gar nicht so einfach zu bekommen wäre. Denn nur 0,1% der Kakaowelthandelsmenge wären eben Fairtrade. Dass muss man sich mal überlegen. Von 1000 Tafeln Schokolade wird nur eine Einzige fair gehandelt. Skandalös!
Jetzt muss ich leider gestehen, dass ich nicht genau weiß, was dieses Fairtrade eigentlich bedeutet. Ich glaube aber, dass es sich hiermit so ähnlich verhält, wie bei der Milch von glücklichen Kühen. Wahrscheinlich ist es den aus Burkina Faso nach Ghana oder Elfenbeinküste verschleppten Negerkindern erlaubt, bei der Kakaoernte zu singen oder ein Lied zu pfeifen. Oder vielleicht dürfen sie Sonntags für zwei Stunden ohne Fußfesseln auf den Spielplatz.
Gewissermaßen Kakao von glücklichen Kindern. Nun muss ich leider feststellen, dass mir diese Fairtrade-Schokolade auch nicht besser schmeckt, als jede x-Beliebige vom Discounter um die Ecke. Das hat mich jetzt schon ziemlich enttäuscht. Da hatte ich geschmacklich echt mehr von erwartet.
Doch da es die meisten Konsumenten nicht die Bohne interessiert, wo der Kakao für ihre Schokolade überhaupt herkommt, wird sich das Konzept Fairtrade ohnehin nicht durchsetzten können.