Posts mit dem Label Satire werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Satire werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 26. Dezember 2010

Fairtrade

Mein ökologisch angehauchter Freund Bernd hat mir zum Fest eine Tafel Fairtrade-Schokolade geschenkt. Er erklärte mir mit bedeutungsvollem Blick, dass die gar nicht so einfach zu bekommen wäre. Denn nur 0,1% der Kakaowelthandelsmenge wären eben Fairtrade. Dass muss man sich mal überlegen. Von 1000 Tafeln Schokolade wird nur eine Einzige fair gehandelt. Skandalös!

Jetzt muss ich leider gestehen, dass ich nicht genau weiß, was dieses Fairtrade eigentlich bedeutet. Ich glaube aber, dass es sich hiermit so ähnlich verhält, wie bei der Milch von glücklichen Kühen. Wahrscheinlich ist es den aus Burkina Faso nach Ghana oder Elfenbeinküste verschleppten Negerkindern erlaubt, bei der Kakaoernte zu singen oder ein Lied zu pfeifen. Oder vielleicht dürfen sie Sonntags für zwei Stunden ohne Fußfesseln auf den Spielplatz.

Gewissermaßen Kakao von glücklichen Kindern. Nun muss ich leider feststellen, dass mir diese Fairtrade-Schokolade auch nicht besser schmeckt, als jede x-Beliebige vom Discounter um die Ecke. Das hat mich jetzt schon ziemlich enttäuscht. Da hatte ich geschmacklich echt mehr von erwartet.

Doch da es die meisten Konsumenten nicht die Bohne interessiert, wo der Kakao für ihre Schokolade überhaupt herkommt, wird sich das Konzept Fairtrade ohnehin nicht durchsetzten können.

Mittwoch, 24. November 2010

Juhu, bald bin ich reich!

Ich bin ja so aufgeregt! Bei mir hat sich ein Rechtsanwalt aus Benin (das ist ein Staat in Afrika, ich hab's gegoogelt) gemeldet. Und zwar einfach so, per E-Mail!

Er schreibt, dass er im Auftrag der Königsfamilie nach vertrauenswürdigen Personen im Ausland sucht, um das Erbe des jüngst verstorbenen Königs Mbete IX vor dem Zugriff der Beniner Oberfinanzdirektion zu schützen. Diese würde, wenn sich kein Rechtsnachfolger für die Vermögensverwaltung des toten Königs finden würde, das Erbe konfiszieren.

Die Folgen für das Land wären vermutlich schrecklich, da die Finanzverwaltung als korrupt gilt und von dem Geld vermutlich nur wieder Waffen oder Drogen für den Eigenbedarf kaufen würde. 

Darum wurde er beauftragt, das Geld noch vor Ablauf des Jahres in Sicherheit zu bringen. Und jetzt haltet Euch fest: Es geht um sage und schreibe 53 Millionen US-Dollar!!!

Ich war natürlich sehr überrascht, dass er da ausgerechnet auf mich gekommen ist. Denn ich war erst ein Mal in Afrika. Und das war nur eine Pauschalreise nach Tunesien. In Benin war ich noch nie in meinem Leben! Aber er schrieb auch gleich dazu, dass ich ihm von einer Person die mich gut kennt, als vertrauenswürdig  empfohlen wurde.

Jetzt schlägt der Herr Anwalt folgende Vorgehensweise vor:
Er überweist mir das Geld nach Deutschland. Beim derzeitigen Umrechnungskurs wären das in etwa 40 Millionen Euro. Davon wären dann 50%, also 20 Millionen Euro als Aufwandsentschädigung nur für mich!

Mir wird ganz schwindelig bei solchen Summen! Und meine Aufgabe bestünde lediglich darin, das Geld für die Königsfamilie zu verwalten! Also wenn die dann mal nach Berlin kommen und hier z.B. im Adlon absteigen wollen, dann brauchen die ja schließlich ein bisschen "Taschengeld".

Allerdings müsste ich die bisher entstanden Unkosten des Anwalts und die anfallenden Bankgebühren übernehmen. Das ist notwendig um zu beweisen, dass man mir auch wirklich vertrauen kann, so sagt er. Aber gut, ist ja irgendwie logisch, dass er einen Vertrauensbeweis verlangt. Bei so viel Geld muss er natürlich aufpassen, dass es nicht in falsche Hände gelangt.

Ich hoffe nur, dass er mich nicht bei der Schufa überprüft. Da stehe ich nämlich bestimmt drin, da mein Mini über die Bank finanziert ist. Sollte er das tun, ist mein schöner Traum zerplatzt. Bitte drückt mir alle ganz fest die Daumen, ja!

Mittwoch, 17. November 2010

Facebook-E-Mail

Derzeit regen sich ja viele darüber auf, dass Facebook einen eigenen E-Mail-Dienst startet. Die ganze Aufregung darum kann ich nicht verstehen. Da gibt es so ein paar paranoide Spinner, die gleich aufheulen, weil ihrer Meinung nach der Datenschutz  dort nicht gewährleistet ist.

Es sei ein Problem, dass jeder die Mails lesen kann und die Daten niemals gelöscht werden. Außerdem würde dadurch eine Art Gruppenzwang entstehen, da diejenigen, die versuchen sich diesem diabolischen Netzwerk zu entziehen, bald alleine zu Hause masturbieren müssen, da sie niemanden mehr zum knattern finden werden...

Hallo, merkt ihr es noch?!
Wozu E-Mails schreiben, wenn niemand sie liest, hä? Und wenn man sich auch noch das Backup der eigenen Dateien spart, ist das doch schön! Oder verstehe ich da jetzt etwas falsch?

PS Ich bin selbstverständlich auch bei Facebook